Gemüsebeete angelehnt ans Square Foot Gardening I

Bereits im Winter hatte ich mir überlegt, dass ein wenig frisches Grünzeug aus dem eigenen Garten doch toll wäre. Da unser Grundstück früher eine Kieskuhle war, ist es keine Option so einfach irgendwo Gemüse hinzupflanzen. In einer Gartenzeitschrift stieß ich auf das Konzept des Square Foot Gardenings oder zu Deutsch im Quadrat gärtnern. Die Anbaumethode geht auf Mel Bartholomew zurück, der in der 70er Jahren in Amerika anfing Gemüse nicht in Reihen, sondern auf kleinen quadratischen Flächen anzupflanzen. Dies tat er in leicht erhöhten Beeten, die mit einem speziellen Pflanzerdegemisch gefüllt wurden. Mich begeistern nicht alle Aspekte des original Square Foot Gardenings, aber ich habe mir die ausgesucht, die zu meinen Bedürfnissen passen. Jetzt wo sich bei uns allmählich der Frühling breit macht, habe ich zwei Spare Foot Gardening ähnliche Beete angelegt.

beet fertig

Als Erstes habe ich mir, wie so oft bei neuen Projekten, ein Buch zu dem Thema gekauft: „Square Foot Gardening“ von Folko Kullmann. Dies hat mir allerdings nicht sonderlich geholfen. Trotz das ich eigentlich kaum etwas von Gemüseanbau verstehe, hat mir dies Buch wenig Neues erzählt und die einzelnen Aussagen des Buches wurden, wie ich finde, ständig wiederholt. Nicht desto trotz habe ich mich vor 14 Tagen an das Experiment Quadratfußgärtnern gewagt. Die Pflanzen werden anstatt in Reihen in quadratische Flächen gepflanzt. In einem Quadrat soll eine Mahlzeit wachsen, so dass man keine Überproduktion und ein abwechslungsreiches Angebot hat. Im Original werden Quadrate von 30 cm x 30 cm empfohlen. In Deutschland gehen die Empfehlungen teilweise zu Quadraten von 40 cm x 40 cm. Ich habe mich hier einfach dem vorhandenen Material angepasst: wir haben zusammen mit dem Haus etliche, leicht wurmstichige Nadelholzbohlen von 4 Meter Länge gekauft. Daraus kann man prima Beete mit 80 cm x 120 cm Außenkanten bauen. Diese haben jetzt 6 Quadrate à 38,5 cm x 38,5 cm.

bohle

Die 4 m-Bohlen habe ich in je zwei 80 cm und zwei 120 cm Stücke zerteilt. Da es Nadelholz ist, das ich auch nicht weiter mit Holzschutzmitteln behandelt habe, habe ich mich entschieden die Bretter von innen mit Teichfolie zu verkleiden.

bohle mit folie

Ich habe mir im Baumarkt ein passendes Stück Folie zuschneiden lassen und es an einem Stück mit einem Tacker an das bereits zersägte Brett geheftet. Dies sollte die Haltbarkeit der Bohlen wenigstens etwas erhöhen, wenn man ohne solche Hilfsmaßnahmen langlebiges Holz haben möchte oder es eh neu kaufen muss, kann man auch Lärche oder Douglasie wählen.

beet ohne erde

Die Ecken des Beetes habe ich mit, aus Resten einer Dachlatte gefertigten, Pflöcken in der Erde verankert. Dem Boden habe ich natürlich zuvor von jeglichem Bewuchs, in meinem Fall drei große Schubkarren mit Farn und eine mit wilden Rosen, befreit (soviel zu dem viel gepriesenen Vorteil, dass beim Square Foot Gardening keine Bodenvorbereitungsmaßnahmen notwendig sind). Ich habe mich allerdings gegen das empfohlene Unkrautvlies entschieden. Zum einem war es mir zu teuer, zum anderen kam es mir für ein Beet in das Erde mit Bodenlebewesen wie z.B. Regenwürmern gefüllt ist seltsam vor, denen den Fluchtweg abzuschneiden. Mal schauen, ob es sich rächt.

kükendraht

Allerdings habe ich mich klar dafür entschieden, den Wühlmäusen den Zuweg abzuschneiden, indem ich die Beete mit verzinktem Kükendraht auskleidete.

hühner im kompost

Nach dem original Square Foot Gardening Konzept soll das Beet mit je 1/3 Kompost, Torf und Vermiculite gefüllt werden. Den Torf kann man auch durch speziell behandelte Holzfasern und das Vermiculite (ich weiß auch nicht so genau was das ist, wer es wirklich wissen möchte, soll doch bitte auf den Link zu Wikipedia klicken) durch Pelite (kleine Tonkügelchen) ersetzten. Hier bin ich dann doch recht stark von den Vorgaben abgewichen. Ich habe einfach das genommen was da war. Der Schnellkomposter musste eh mal gelehrt werden, da er den Standort wechseln sollte. Somit bestehen ca. 40 % des Beetinhaltes aus Kompost. Der Rest ist Boden aus dem Hühnerhof und das was von dem Mutterboden noch da war, den wir uns im letzten Jahr zur  Anlage des Gebüschstreifens anliefern lassen haben. Die Hühner hatten zur Feier der Komposteröffnung Ausgang und durften nach Herzenslust Regenwürmer und Engerlinge picken.

adobe

Da ich vor ein paar Wochen Mäuse im Komposter gesehen hatte, musste auch Adobe, unsere ältere, mausende Katze mit, aber die Mäuse hatten sich bereits verzogen.

beete gefüllt

So sahen die Beete dann frisch gefüllt aus. Die Erde habe ich sich erst mal für eine Woche setzen lassen. Wie es mit meinem gärtnern im Quadrat weiter geht, berichte ich im nächsten Beitrag. Jetzt zeige ich aber noch schnell, was ich bei uns im Garten schon alles Blühendes für einen bzw. vier Frühlingssträuße gefunden habe (damit dieser Beitrag nicht nur aus Bildern von Erde und Baumaterial besteht)

alle von oben h

Ich wollte nur mal schnell raus um zu schauen, ob ich nicht ein paar frühe Blumen für die Küche finde und war erstaunt, was da nicht alles schon versucht die ersten Bienen und Hummeln anzulocken:

  • Forsythien
  • Heide (Erica)
  • Traubenhyazinthen (Muscari)
  • irgend ein gelb blühendes Zwiebelgewächs, das sich bei mir breit macht, seit ich zur Bodenverbesserung kompostierten Strauchschnitt von der Grüngutannahmestelle geholt habe
  • Sternhyazinthen/Schneeglanz (Chionodoxa)
  • Veilchen (Viola) 

Für so kleine Blumen eine passende Vase zu wählen ist, finde ich, manchmal gar nicht so einfach. Dies sind übrigens kleine Schnappsfläschchen, die man am Osterfeuer kaufen konnte. Das ich den angebotenen Schnaps ablehnte – ich mag Likör so gar nicht – dafür aber um die leeren Fläschchen bat, hat zwar zu verwunderten Blicken geführt, aber ich find sie haben die optimale Größe für die Blümchen.

Besonders begeistert bin ich von den Veilchen, die sich auf unserer Wildblumenwiese eingefunden haben, ohne das ich sie gesät habe.

veilchen und traubenhyazynten

Meine Blumensträußchen verlinke ich jetzt noch bei Helgas Friday-Flowerday und wünsche allen ein sonniges Wochenende

Silke

 

 

 

 

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13 Gedanken zu “Gemüsebeete angelehnt ans Square Foot Gardening I

  1. Liebe Silke,
    wow da hast du dir ja mit dem Beet richtig Arbeit gemacht. Sogar mit Folie hast du es ausgekleidet. Ich bin da nicht so konsequent wie du … ich schraube und hämmere immer alles fix zusammen und dann muss es halten. Das macht es ja dann auch — aber eben nur einen Sommer.
    Da bist du mit deiner Sorgfalt sicherlich besser dran. Ich bin gespannt was du dort alles anpflanzen wirst.
    Schade, dass Adobe kein Mäuschen mehr fand. LG Dany

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  2. Das mit den Büchern ist immer so eine Sache, manchmal findet man etwas, dass man verwenden kann, aber ganz oft steht da, was man sowieso schon weiß, manches kommt einem seltsam vor. Ich bin gespannt auf dein Ergebnis! Dass du Hühner hast, find ich klasse.

    Sigrun

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