Alte Dachpfannen als Pflanzgefäße

Im Sommer habe ich regelmäßig das Problem, dass ich mehr Topfpflanzen habe als passende Töpfe. Wenn es gut läuft, schlägt dann in solchen Momenten die Kreativität zu. Ich habe bereits einiges, was ursprünglich eine andere Bestimmung hatte, zu Pflanzgefäßen umfunktioniert. Heute möchte ich eine dieser Upcycling-Ideen vorstellen: meine Dachpfannen mit Steingartenpflanzen.Goldmoos-Sedum + Dachwurz

Diese Dachpfannen bedeckten noch bis zum letzten Jahr zusammen mit etlichen Artgenossen eines unserer Nebengebäude, allerdings mehr schlecht als recht. Das Nebengebäude, ein ehemaliger Bullenstall, wird nun von einem neuen Blechdach in Ziegeloptik bedacht. Sieht nicht ganz so pittoresk aus, ist dafür aber wasserdicht, was bei einem Dach auch nicht zu verachten ist. Als die Zimmerleute das alte Dach abgedeckten, haben sie auf meinen Wunsch ein paar der Ziegel dagelassen (die übrigen befestigen jetzt die Hofauffahrt des einen Handwerkers – Upcycling ist hier weitverbreitet!)

Dachpfanne

Die Dachpfannen habe ich grob gesäubert, ein klein wenig Erde in die Vertiefung in der Mitte gefüllt, mit Steingartengewächsen bepflanzt und zum Schluss noch ein paar kleine Feldsteine drauf verteilt.

Moossteinbrecher

Die erste Pfanne habe ich bereits vor vier Wochen mit Moos-Steinbrech (Saxifraga bryoides) bepflanzt. Die Pflanzen habe ich geschenkt bekommen und war von den zarten Blüten begeister. Sie mussten unbedingt so stehen, dass ich sie regelmäßig sehe. Somit hat dies Steinbrechgewächs ihren Platz auf der Terrasse gefunden.

Moossteinbrecher 2

Wo ich die reizenden Blüten ausgiebig bewundern konnte.

Moossteinbrecher nah Moossteinbrecher ganz nah

Am vergangenen Wochenende bepflanzte ich nun noch eine zweite Pfanne. Diesmal mit zwei Sorten Dachwurz (Sempervivum) und Mildem Mauerpfeffer (Sedum sexangulare).

Dachwurz

Im Vordergrund befindet sich ein Sempervivum x cultorum (hab ich gerade vom Pflanzenschildchen abgeschrieben – die verschiedenen Sempervivum-Arten durchschaue ich leider nicht annähernd)

Dachwurz Lipari

Auf der anderen Seite der Pfanne befindet sich eine einzelne Rosette des (angeblich) roten Dachwurz „Lipari“. Was die Farbe angeht, fühle ich mich etwas veralbert. Dafür handelt es sich um den einzigen Überlebenden aus einem Topf mit dieser Art, der leider annähernd den ganzen Winter unter Wasser stand. Das ist übrigens eine der wenigen wirklich Erfolg versprechenden Methoden um Dachwurz zu töten – Staunässe. Allerdings weiß ich nicht, warum man Mordgelüste gegen diese reizende und genügsame Pflanze hegen sollte. Bei mir war es auch eher ein Unfall, allenfalls fahrlässige Tötung.

Goldmoos-Sedum

In der Mitte dieser Pfanne befindet sich ein milder Mauerpfeffer, auch Goldmoos-Sedum genannt. Es gehört zur Familie der Fetthennen und ist dementsprechend genügsam.

Mal schauen, was mir mit den übrigen ca. 20 Dachpfannen noch einfällt. Erst mal wünsche ich aber eine schöne Woche.
Silke

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4 Gedanken zu “Alte Dachpfannen als Pflanzgefäße

  1. Ich finde, Dachwurze und deren Verwandte sukkulente Arten sind wirklich sehr dankbare Gewächse, mit denen man sehr viel Schönes machen kann. Du zeigst uns hier die wunderbare Verwandlung vom „Bauschutt“ zum Augenschmaus. Sehr schöne Fotos und eine tolle Erklärung runden diesen Post vollendet ab. Danke schön dafür! LG Marion

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