Ein Hühnerhof, in den der Fuchs hoffentlich nicht mehr ganz so einfach einbrechen kann

Der Fuchs hat Ende Mai in unserer Straße angeblich 17 Hühner geholt. Vier davon waren unsere. Bei uns hat nur Albert, der Hahn, stark lädiert, überlebt. Da Albert alleine sehr unglücklich war, haben wir zügig drei neue Mädels für ihn besorgt.Albert mit Huhn

Die vier sind aber zunächst ein paar Wochen nur im Stall geblieben, um sich einzugewöhnen und auch um das Interesse beim Fuchs zu reduzieren. Danach durften Albert und die Mädels nur hinaus, wenn wir zuhause waren. Gestern waren Sie das erste Mal allein, den ganzen Tag draußen. Bislang ist alles gut gegangen. Was wir unternommen haben, um dem Fuchs, den Zugang zum Hühnerhof zu erschweren (ich bin realistisch genug, um zu wissen, dass er immer noch rein käme, wenn er wirklich wollen würde), möchte ich heute zeigen.

Glockenblume

Da sich der Fuchs das letzte Mal unterm Zaun durch gegraben hatte, hat mir eine Jägerin empfohlen, ihm das Graben so schwer wie möglich zu machen. Ein 80 cm tiefes Fundament wäre wohl relativ sicher, aber vom Aufwand nicht angemessen. Außerdem wollte ich auch noch, dass das Ganze ansprechend aussieht.

Weg ausgehoben

Ich habe mich dafür entschieden, einen ca. halben Meter breiten Streifen von außen mit relativ großen Feldsteinen zu belegen. Diese sollte der Fuchs nicht so einfach zur Seite kratzen können. Unter den Steinen befindet sich noch ein Unkrautvlies. Das Vlies soll zum einen verhindern, dass zu viele Beikräuter zwischen den Steinen wachsen und zum andern dem Fuchs das Graben erschweren. Die Folie ist ein ganzes Stück breiter als der Steinstreifen und liegt teilweise auch unter dem Holzhäckselweg, den wir mit angelegt haben, da wir schon am Buddeln waren.

Weg ausgehoben 2 Weg ausgehoben 3 Weg ausgehoben 4

Beim zweiten Stück des Zauns habe ich den Aufbau in einer sinnvollen Reihenfolge vorgenommen (darauf, wie ich den ersten Teil angelegt habe, gehe ich hier nicht weiter ein). Zunächst habe ich den Bewuchs entfernt, danach die Vertiefung für den Holzhäckselweg ausgehoben und danach das Unkrautvlies ausgelegt. Auf dem Bereich, der mit Steinen belegt werden sollte, habe ich als Erstes eine Schicht Sand verteilt. Darauf lassen sich die Steine gut verschieben, ohne gleich das Vlies zu beschädigen und liegen auch schön.

Von innen habe ich am Hühnerhofzaun Dachplatten vergraben, so dass der Spalt, der unterhalb der Staketen des Zauns war, geschlossen ist. Die Platten reichen zusätzlich noch ca. 30 cm in die Erde.

weg hinten

Der Bereich unter dem Hühnerhaus war bereits mit verzinktem Kükendraht abgedichtet. Diesen habe ich noch zusätzlich mit Metallhaken im Boden verankert und auch hier eine Reihe Steine verlegt.

unterm Hühnerhaus

Vor dem Tor zum Hühnerhof (das immer noch nicht ganz fertig ist) erschien mir eine Feldsteinreihe wie vor dem Zaun unpraktisch. Man will doch mal mit der Schubkarre in den Auslauf. Somit habe ich mich im Pflastern versucht. Es hat zwar etwas gedauert, ist aber auch ganz gut geworden.

gepflastert

Auf der anderen Seite des Staketenzauns habe ich eine fürchterlich pieksige Kletterrose gepflanzt. Das folgende Bild ist aufgenommen, bevor die Steine rundherum verteilt waren.

Rose

Auf der Rückseite des Hühnerhofes, die an den Hang anschließt und von einem bestehenden Maschendrahtzaun eingefasst wird, haben wir ebenfalls eine Reihe Steine verteilt. Hier verwendeten wir allerdings Bauschutt, da wir diesen noch liegen hatten und somit nicht noch mehr Feldsteine sammeln mussten. Diesen Bereich sieht man nur, wenn man im Gebüsch rumkriecht – was ich eher selten tue, vor allem da ich nach dieser Aktion beschlossen habe, dort die wilden Brombeeren nicht mehr zu entfernen. Außerdem habe ich den bestehenden, einen Meter hohen Maschendraht, mit einer zweiten Reihe Draht auf ca. 1,6 Meter erhöht und sämtliche Aufstiegshilfen, wie Steinhaufen, abgetragen.

Zum Hang hin

Wir haben noch zusätzlich darüber nachgedacht, auf dem gut 130 cm hohen Staketenzaun eine Reihe Elektrozaundraht zu ziehen, uns dann aber doch dagegen entschieden. Da der Fuchs das letzte Mal unterm Zaun durch ist, hoffe ich dass er nicht so gern klettert. Es soll aber durchaus Füchse gegen, die das können.

Des Weiteren haben die Hühner, wenn sie draußen sind, jetzt Musik. Wir haben ein altes Radio so angebracht, dass die Musik in den Hühnerhof schallt. Dies soll, laut unserer Nachbarin, hervorragend gegen Füchse und ähnliches helfen. Ich hoffe sie hat Recht.

Huhn

Viele Grüße und drückt uns bitte die Daumen, dass der Fuchs keinen Bock hat so viel Aufwand zu betreiben, um an unsere Hühner zu kommen.

Silke

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10 Gedanken zu “Ein Hühnerhof, in den der Fuchs hoffentlich nicht mehr ganz so einfach einbrechen kann

  1. Liebe Silke,
    neben der Sicherheit ist dein Fuchsprojekt auch noch richtig schick geworden. Ich finde, dass die Feldsteine das romatische „I“Tüpfelchen zum Hühnerhof sind. Alles sieht jetzt einfach — so ohne Sorgen —aus. Verstehst du was ich sagen möchte?
    Ich glaube nicht, dass der Fuchs Lust hat all die Steine wegzuschieben — schafft er eh nicht, dann geht er lieber zu Nachbars Hühner.
    Übrigens —und ich musste schmunzel als ich das las— unsere Huhnis hören hier auch jeden Tag Radio … mal Klassik mal Pop.
    Das hält nicht nur den Fuchs, sondern auch Marder & Co fern.
    Bis bald und liebe Grüße Dany

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  2. Donnerschlag, das sieht nach einem gehörigen Batzen Arbeit aus. Hut ab! Aber es sieht schick aus. Wenn sich der Fuchs jetzt davon abhalten lässt noch einmal einzusteigen hat sich die Mühe doppelt gelohnt.
    Hilft Musik auch gegen Wühlmäuse? Dann vergrabe ich sofort ein Radio ;-)

    LG und schönes WE
    Aqually, die sich jetzt auf macht in den durchwühlten Garten und hofft sich NICHT wieder aufzuregen

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    1. Hallo Aqually,
      gegen Wühlmäuse hilft das Radio leider nicht – glaub mir sonst hätte ich längst eine ganze Soundanlage vergraben! Gegen Fuchs und auch Mader soll es aber wirken, wurde mir allmählich von mehreren Geflügelhaltern versichert (ich hoffe unser Fuchs weiß das auch)

      Liebe Grüße
      Silke

      PS. Versuch mal Franzosenöl gegen die Wühlmäuse, bei mir hat es z.T. geholfen.

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